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K98k,
Karabiner 98 kurz / Seite 3
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K98k Schloß
Bei dem Karabiner 98k handelt es sich um eine Repetierwaffe mit einer Magazinkapazität von 5 Schuß. Die Verrieglung des Schlosses besteht aus zwei Warzen, sowie einer Reservewarze. Die Flügelsicherung besitzt 3 Stellungen: nach rechts ist das Schloß gesichert, es kann aber im gesicherten Zustand fertig geladen werden; zum Entsichern muß die Sicherung nach links gedreht werden; in der mittleren Position ist es möglich, das Schloß auseinander zu nehmen. Hilfe bietet hier die im Schaft sitzende Stempelplatte. Das flache Kurvenvisier kann in 100 m Schritten von 100 auf 1000 m gestellt werden. Das Korn wird von einem Schutzdach umgeben.
Die Waffe besitzt eine Kammersperre, die das Durchladen ohne Patronen verhindern soll. Unter dem Lauf befindet sich ein 320 mm langer Putzstock; werden drei aneinander geschraubt, kann dieser zum Reinigen verwendet werden. Zwischen Lauf und Putzstock befindet sich die Bajonetthalterung in Form einer T-Schiene. Desweiteren kann auch ein Gewehrgranatgerät vorne am Lauf befestigt werden.
Die Wehrmacht wußte wie wichtig Zielfernrohrwaffen waren, eine Entwicklung begann aber erst 1938. 6% aller 98k besaßen eine Vorrichtung zum Montieren spezieller Zielfernrohre. Dies waren die Modelle "ZF 40" und später "ZF 41". Technisch waren die eineinhalbfach vergrößerten Optiken gut ausgereift, jedoch erwies sich die Vergrößerung als zu gering. Ab 1942 wurde das "ZF39" mit 4-facher Vergrößerung herausgegeben. Der bekannteste Scharfschütze war der "Gefreite Hetzenauer", der insgesamt 345 Abschüsse zählen konnte.
Um Produktionskosten und -zeit zu sparen, unterlief der 98k vielen Veränderungen. Natürlich waren auch die begrenzten Vorräte an Rohstoffen ein wichtiger Punkt. Das dritte Reich bunkerte zwar riesige Mengen an Rohstoffen, doch im Falle eines Krieges war klar, daß die Bevorratung innerhalb weniger Jahre verbraucht sein würde. Deshalb war auch die schnelle Konfliktaustragung unumgänglich, der sogenannte Blitzkrieg.
Die Handlungen von Fritz Todt, bzw. Albert Speer, Leiter des Ministeriums für Munition und Bewaffnung wirkten sich auf die Entwicklung des 98k aus. Eine der ersten Modifizierungen war der von 258 auf 320 mm verlängerte Putzstock. Auch ein Kornschutz gehörte nun dazu. Ab 1940 begannen einige Produktionsvereinfachungen; in den Gustloff Werken wurde das bereits früher erprobte "Kaltwalzverfahren" bei der Hülsenfertigung angewendet. Speer ließ ab 1942 alle einzelnen Teile des 98k einer Überprüfung unterziehen, um festzustellen ob die Möglichkeit besteht Teile günstiger herzustellen. Ziel war es, Maschinenlaufzeiten, Werkzeuge und Arbeitskräfte einzusparen. Somit verschwand z.B. ab 1944 der Putzstock, sowie die Bajonetthalterung. Grobe Bearbeitungspuren am Schlößchen zeigten sich ab 1942. Bis 1943 wurden noch alle Metallteile brüniert, doch ab '44 durften die Firmen, die unter der Aufsicht von Mauser standen, auch phosphatieren. Die Phosphatschicht ließ sich an der matt grau-grünen Tönung erkennen. Andere Firmen brünierten ihre Teile weiterhin. Im Jahr 1944 wurden dann die meisten Veränderungen vollzogen. Bereits 1938 erschienen die ersten Karabiner mit Schichtholzschäften. Ziel war es, das teure Nußbaumholz einzusparen und stattdessen die Schäfte aus Buche, Ahorn oder Esche herzustellen. Die verleimten Sperrholzplatten aus Rotbuche hatten einen entscheidenden Vorteil: die gut 300 g schwereren Schäfte konnten sich gut auf die klimatischen Veränderungen einstellen. Außerdem mußte dieses Holz nicht zum Trocknen abgelagert werden. Ab Oktober 1944 wurde die Mündung, zur Vorbeugung vor Laufbauchungen (Dreck in der Mündung), angebohrt. Diese Bohrung maß 10 mm x 32 mm. Auch das Zubehör wurde in diesen Jahren geändert; dazu gehörten Nachtvisiere, Einsteckläufe, Putz- und Werkzeug, Mündungsschoner und auch das Granatgerät. Kurz vor Ende des Krieges bekamen die letzten Waffen ein Standvisier, bzw. einige sogar MG Läufe. Alle Änderungen machten sich natürlich im Finisch bemerkbar. Überall konnte man grobe Bearbeitungsspuren feststellen, jedoch schoss ein Modell von 1945 genauso gut wie eines von '39. Der Preis eines 98ers im Juli 1939 wurde mit 75,80 Reichsmark angeben, mit den Veränderungen konnte er am 01.05.1942 bis auf 65 RM gesenkt werden.
Es ist fast unmöglich alle Veränderungen des 98k aufzuzählen, daher verweise ich auf das Buch von Friedrich Graf mit dem Titel "Karabiner 98 kurz" (Journal Verlag Schwend GmbH). Dieses Buch geht ausführlich auf die technischen Veränderungen des Karabiners von 1939 bis '45 ein.
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