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Funktionsweise einer Patrone, Anzündhütchen

 

Um die Funktionsweise zu erklären müssen erst die 4 Haupteile genannt werden
- Patronenhülse
- Zündung (Zündhütchen)
- Treibladungsmittel
- Geschoß

 

Das Zündhütchen
Das erste Zündhütchen erfand der Engländer "Egg" im Jahr 1817-18. Die erste Patrone mit Zündhütchen entwickelte der Franzose "Flobert" 1845.

 

Wesentliche Typen von Anzündhütchen
- Berdan
- Boxer
- Elektrische
- Medium
- Antich
- Reib

Das Zündhütchen befindet sich in der Zündglocke der Patrone, so nennt man die Vertiefung am Hülsenboden. Heute werden meist zum Zünden des Pulvers vorwiegend Zündhütchen verwendet, die zentral in den Hülsenboden eingesetzt Zündglocke und Berdan Zündung werden. Daher heißt diese Zündart auch "Zentralzündung", die Patrone folglich "Zentralfeuerpatrone". Wenn die Schlagbolzenspitze auf das Zündhütchen aufschlägt, so wird dieses verformt und dadurch die Kristalle der Zündmasse aneinander gerieben und entzündet. Bei Zündung entstehen Stichflammen oder heiße Zündstrahlen die das Pulver entzünden und es schnell verbrennen lassen. Es explodiert nicht. In der Hülse entstehen nun hohe Gasdrucke bis etwa 3800 bar. Diese drücken die verriegelte Patrone an die Wände des Patronenlagers und verschließen sie gasdicht. Besonders Flaschenförmige Hülsen entwickeln eine relativ hohe Reibung im Patronenlager, die ein entweichen von Pulvergasen verhütet und den Gewehrverschluß entlastet. Die Hülse ist ziemlich weich und verformbar, besteht in der Regel aus 72 % Kupfer und 28 % Zink (MS´72) (Tiefziehfähiges Messing CuZn28). Die Hülse vereinigt Geschoß, Pulver und Zündsatz zu einer Patrone.
Da zu allen Seiten alles Gasdicht ist, und nur das Geschoß leicht aufsitzt wird dieses mit immer noch hohem Druck durch den Lauf getrieben. Die kurze Strecke vom Hülsenmund in den Lauf wird "Freiflug" genannt. Das Geschoß wird nun richtig durch den Lauf gepresst. Die Zeit, an dem das Gehirn dem Finger den Befehl zum krümmen gibt und bis das Geschoß nach 100 m im Ziel eingeschlagen ist vergeht eine Zeit von ca. 0,36 Sekunden. Den Rückstoß spürt der Schütze erst nach 0,2 s nachdem das Geschoß den Lauf verlassen hat.

 

SINOXID Zündhütchen

Die Rheinisch-Westfälische Sprengstoff AG entwickelte 1916 den Zündsatz SINOXID. Enthalten sind die Zündstoffe Tricinat und Tetrazen, die mit den Sauerstoffträgern Bariumnitrat und Bleioxid sowie mit den weiteren Stoffen Schwefelantimon und Kaliciumsilizid versetzt sind. Diese Zündhütchen vertragen sich mit allen Metallen, sind nicht hygroskopisch und können fast unbegrenzt gelagert werden. Die Zündzeit beträgt sicher 0,1 - 0,25 ms bei Temperaturen von -60° - +60° C. Die Entwicklung dieser Zündhütchen war eine Erfindung von großer Tragweite und ist von hoher Bedeutung in der Geschichte der Patronenzündung.

 

Interner Link

Treibladungspulver

 



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